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Demokratie – des Wählers Wille?DemokratieDemokratie – des Wählers Wille?

14. Januar | 15:00 17:00

Demokratie – des Wählers Wille?

Ein wichtiger Diskurs in bewegten Zeiten

Demokratie – ein Wort, das wir fast täglich hören. Aber verstehen wir wirklich, was es bedeutet? Und noch wichtiger: Funktioniert sie so, wie wir es uns vorstellen? Am 14. Januar 2026 lädt die Staßfurter URANIA e. V. zu einem Vortrag ein, der genau diese Fragen stellt. Peter Beyer nimmt sich eines Themas an, das aktueller nicht sein könnte.

Wenn Wahlen alles ändern könnten, wären sie verboten?

Dieser zugespitzte Satz (oft Kurt Tucholsky zugeschrieben) provoziert – und das soll er auch. Denn in Zeiten, in denen Wahlbeteiligung sinkt, Politikverdrossenheit steigt und populistische Bewegungen Zulauf erhalten, müssen wir uns fragen: Ist Demokratie wirklich die Herrschaft des Volkes? Oder ist es komplizierter?

Peter Beyer wird in seinem Vortrag nicht mit einfachen Antworten kommen. Das wäre auch unseriös. Stattdessen lädt er ein zur kritischen Reflexion – über das System, in dem wir leben, über die Macht des einzelnen Wählers und über die Mechanismen, die zwischen Stimmabgabe und tatsächlicher Politikgestaltung liegen.

Was macht Demokratie aus – und wo hakt es?

Die Grundidee ist bestechend einfach: Das Volk wählt seine Vertreter, diese setzen den Willen der Wählermehrheit um. Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es allerdings zahlreiche Faktoren, die diesen Prozess beeinflussen. Lobbyismus, Parteistrukturen, Koalitionszwänge, europäische und internationale Verpflichtungen – all das spielt eine Rolle.

Hinzu kommt die Frage: Wie gut sind Wählerinnen und Wähler überhaupt informiert? In Zeiten von Fake News, Social-Media-Blasen und einer Informationsflut, die kaum noch zu bewältigen ist, wird fundierte Meinungsbildung zur Herausforderung. Der Vortrag wird auch diesen Aspekt beleuchten – nicht um zu resignieren, sondern um zu verstehen.

Demokratie in Deutschland und anderswo

Deutschland gilt als stabile Demokratie. Aber auch hier gibt es Herausforderungen: sinkende Mitgliederzahlen in den Volksparteien, Vertrauensverlust in etablierte Institutionen, das Erstarken extremistischer Strömungen. Peter Beyer wird vermutlich auch einen Blick über den Tellerrand werfen – wie steht es um die Demokratie in anderen Ländern? Was können wir von anderen demokratischen Systemen lernen (oder auch nicht)?

Die Schweiz beispielsweise mit ihrer direkten Demokratie und häufigen Volksabstimmungen – ist das ein Modell für Deutschland? Oder gibt es gute Gründe für das repräsentative System, wie wir es kennen? Solche Fragen werden sicherlich zur Sprache kommen.

Vortrag und Gesprächsrunde – Ihre Meinung zählt

Was diesen Mittwochstreff besonders macht: Es ist kein Frontalvortrag, bei dem Sie nur zuhören. Die Gesprächsrunde im Anschluss ist fester Bestandteil. Hier können Sie Ihre Sichtweise einbringen, kritische Fragen stellen oder einfach Ihre Erfahrungen teilen. Vielleicht sind Sie selbst politisch aktiv, vielleicht haben Sie sich bewusst zurückgezogen – beides sind legitime Standpunkte, die diskutiert werden können.

Gerade in der aktuellen Zeit (wir befinden uns schließlich möglicherweise in einem Wahljahr oder kurz danach) ist ein solcher Austausch wertvoll. Er schärft das eigene Demokratieverständnis und hilft dabei, informierte Entscheidungen zu treffen.

Warum ist dieses Thema gerade jetzt so wichtig?

Die Demokratie steht unter Druck – weltweit. Autokratische Tendenzen nehmen zu, selbst in Ländern, die lange als gefestigte Demokratien galten. Gleichzeitig sehen wir aber auch ein erwachendes Engagement: Fridays for Future, Bürgerinitiativen, lokale Bewegungen für mehr Transparenz und Beteiligung. Die Demokratie ist lebendig – wenn wir uns einbringen.

Der Vortrag bei der Staßfurter URANIA möchte dazu ermutigen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit sachlicher Information und der Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven zuzulassen. Denn das ist letztlich das, was Demokratie ausmacht: der offene, respektvolle Diskurs.

Ein Nachmittag für alle politisch Interessierten

Egal ob Sie sich schon lange mit politischen Themen beschäftigen oder gerade erst anfangen, sich dafür zu interessieren – dieser Vortrag ist für alle zugänglich. Peter Beyer versteht es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären, ohne zu vereinfachen. Und die Staßfurter URANIA bietet dafür den perfekten Rahmen: eine entspannte Atmosphäre, in der Bildung und Austausch im Mittelpunkt stehen.

Die Veranstaltung ist wie immer kostenlos und steht allen offen. Kommen Sie vorbei am Prinzenberg 18 in Staßfurt – und seien Sie Teil einer wichtigen Diskussion über die Grundlagen unseres Zusammenlebens.

Deutscher Bundestag
Image by h kama from Pixabay
  • In Demokratien haben Bürger das Recht auf freie Wahlen, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und politische Teilhabe
  • Das Wort „Demokratie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Herrschaft des Volkes“ (demos = Volk, kratia = Herrschaft)
  • Die erste bekannte Demokratie entstand um 508 v. Chr. in Athen – allerdings durften nur freie männliche Bürger abstimmen
  • Weltweit leben heute etwa 4 Milliarden Menschen in demokratischen Staaten (ca. 50% der Weltbevölkerung)
  • Es gibt zwei Hauptformen: Die direkte Demokratie (Bürger entscheiden selbst) und die repräsentative Demokratie (gewählte Vertreter entscheiden)
  • Die Schweiz praktiziert die weltweit stärkste direkte Demokratie mit regelmäßigen Volksabstimmungen auf allen Ebenen
  • Pressefreiheit, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit gelten als unverzichtbare Grundpfeiler jeder funktionierenden Demokratie
  • Neuseeland war 1893 das erste Land der Welt, das Frauen das Wahlrecht gewährte
  • Der „Democracy Index“ bewertet jährlich 167 Länder – nur etwa 20 gelten als „vollständige Demokratien“
  • Winston Churchill sagte: „Demokratie ist die schlechteste Staatsform – außer all den anderen, die ausprobiert wurden“