
Wie kam die Katze zum Menschen?

5. August | 15:00 – 17:00
Wie kam die Katze zum Menschen?
Vortrag und Gesprächsrunde mit Hilmar Kreisel
Wie wurde aus einem scheuen Wildtier ein vertrauter Begleiter des Menschen? Diese Frage klingt zunächst ganz einfach – und führt doch weit zurück in die Geschichte von Domestikation, Landwirtschaft, Handel und menschlichem Zusammenleben. Die Staßfurter URANIA e. V. lädt am Mittwoch, 5. August 2026, um 15:00 Uhr zu einem ebenso unterhaltsamen wie informativen Vortrag mit anschließender Gesprächsrunde ein. Unter dem Titel „Wie kam die Katze zum Menschen?“ nimmt Hilmar Kreisel das Publikum mit auf eine kulturgeschichtliche Spurensuche.
Katzen gehören heute für viele Menschen selbstverständlich zum Alltag. Sie leben in Wohnungen, auf Bauernhöfen und in Gärten, tauchen in Büchern, Filmen und Redewendungen auf – und bleiben trotz aller Nähe erstaunlich eigenständig. Genau darin liegt vermutlich ein Teil ihrer Faszination. Die Geschichte der Katze ist eben keine simple Erzählung vom gezähmten Tier. Vielmehr scheint sie von gegenseitigem Nutzen, vorsichtiger Annäherung und einer langen Phase des Nebeneinanders geprägt zu sein.
Von den ersten Siedlungen zur Hauskatze
Mit dem Beginn von Ackerbau und Vorratshaltung veränderte sich das Leben der Menschen grundlegend. Wo Getreide gelagert wurde, kamen Mäuse und andere kleine Nagetiere – und wo Beute war, ließen Katzen nicht lange auf sich warten. Vermutlich begann die Beziehung zwischen Mensch und Katze also nicht mit bewusster Zucht, sondern eher nebenbei. Die Tiere hielten Schädlinge fern, die Menschen tolerierten ihre Anwesenheit. Aus dieser pragmatischen Nachbarschaft entwickelte sich nach und nach etwas Dauerhaftes.
Im Vortrag wird es darum gehen, wie sich die Wildkatze zur Hauskatze entwickelte, welche Rolle frühe Hochkulturen spielten und warum Katzen in verschiedenen Zeiten so unterschiedlich angesehen wurden. Im alten Ägypten genossen sie große Wertschätzung, in anderen Epochen gerieten sie unter Verdacht oder wurden mit Aberglauben verbunden. Später wurden sie wieder zum beliebten Haustier – allerdings ohne ihre Unabhängigkeit je ganz aufzugeben.
Ein Tier zwischen Nähe und Eigenwilligkeit
Wer mit Katzen lebt, kennt diese Mischung: Sie suchen Nähe, aber nur dann, wenn sie es selbst möchten. Sie beobachten genau, reagieren sensibel auf Veränderungen und besitzen eine Körpersprache, die oft unterschätzt wird. Ein langsames Blinzeln, die Haltung des Schwanzes oder die Stellung der Ohren können mehr verraten als lautes Miauen. Auch solche Verhaltensweisen machen die Katze zu einem spannenden Thema für Naturfreunde, Tierhalter und kulturgeschichtlich Interessierte.
Die Veranstaltung im Mittwochstreff der Staßfurter URANIA bietet Raum für Fragen und persönliche Erfahrungen. Vielleicht hat jemand eine Katze, die Türen öffnet. Vielleicht kennt jemand noch alte Bauernregeln oder Geschichten aus der Kindheit. Solche Beobachtungen gehören ausdrücklich dazu – denn eine Gesprächsrunde lebt davon, dass Wissen und Alltagserfahrung zusammenkommen.
Offene Erwachsenenbildung in Staßfurt
Die Veranstaltung findet in den Räumen der Staßfurter URANIA e. V., Prinzenberg 18, 39418 Staßfurt, statt. Der Eintritt ist frei, und das Angebot steht allen Interessierten offen. Damit setzt die URANIA ihre Tradition der verständlichen, bürgernahen Erwachsenenbildung in Staßfurt fort: fundierte Themen, anschaulich vermittelt und mit genügend Zeit für Austausch.
Wer sich für Tiere, Geschichte oder die Entwicklung des Zusammenlebens von Mensch und Natur interessiert, dürfte an diesem Nachmittag einiges entdecken. Und vermutlich wird man die nächste Katze danach mit etwas anderen Augen ansehen – vielleicht sogar mit etwas mehr Respekt vor ihrer langen, erstaunlichen Erfolgsgeschichte.
10 interessante Fakten über Katzen und ihre Geschichte
- Hauskatzen stammen überwiegend von der afrikanischen Wildkatze ab.
- Die Annäherung an den Menschen begann wahrscheinlich im Umfeld früher landwirtschaftlicher Siedlungen.
- Katzen halfen dabei, gelagerte Vorräte vor Mäusen und Ratten zu schützen.
- Im alten Ägypten wurden Katzen mit Schutz, Fruchtbarkeit und Göttlichkeit verbunden.
- Katzen wurden vermutlich auch über Handels- und Schifffahrtswege verbreitet.
- Ihr Gehör kann sehr hohe Frequenzen wahrnehmen – nützlich bei der Jagd auf kleine Beutetiere.
- Das Schnurren dient nicht nur dem Wohlbefinden; Katzen schnurren auch in Stresssituationen.
- Viele Katzen kommunizieren mit Menschen deutlich häufiger durch Miauen als mit Artgenossen.
- Die Beweglichkeit ihrer Wirbelsäule ermöglicht besonders geschmeidige Sprünge und Drehungen.
- Trotz jahrtausendelanger Nähe zum Menschen haben Katzen viele ursprüngliche Jagdinstinkte bewahrt.



