Geschichte

URANIA – Muse der Sternenkunde

Der Name URANIA stammt aus der griechischen Sagenwelt. URANIA war eine von insgesamt neun Musen, Töchter des Göttervaters Zeus. Zeus lebte auf dem Olymp, dem höchsten Berg Griechenlands und lauschte gelegentlich zusammen mit seinen Geschwistern dem Gesang der Musen, der den Kampf der Titanen verherrlichte. In der Antike wurden die Musen als Schutzgöttinnen der Künste, später auch der Wissenschaften angesehen und verehrt. In spätrömischer Zeit ordnete man die einzelnen Musen bestimmten Bereichen zu. Seitdem präsentiert sich URANIA als Muse der Sternenkunde.

Geschichte der URANIA-Vereine

In den Jahren 1827/28 hielt Alexander von Humboldt in Berlin zahlreiche Vorträge und Vorlesungen über das naturwissenschaftliche Weltbild. Diese sogenannten „Kosmos-Vorlesungen“ fanden große Resonanz. Die Idee, möglichst viele Menschen an den neuen Erkenntnissen teilhaben zu lassen, gipfelte schließlich im Jahre 1888 in der Gründung der URANIA AG in Berlin. Besondere Verdienste erwarben sich hierbei der Astronom Wilhelm Foerster, der Theaterwissenschaftler Max Wilhelm Meyer und der Industrielle Werner von Siemens. Berühmte Wissenschaftler und namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter Max von Laue, Albert Einstein, Rudolf Virchow und Thomas Mann, trugen durch ihr Mitwirken zum hohen Ansehen der URANIA bei. Die populärwissenschaftlichen Bildungsveranstaltungen in Berlin fanden ein breites Echo und führten letztlich zur Gründung weiterer URANIA-Vereine im In- und Ausland. So entstanden Vereine in Magdeburg, Jena, Wien, Budapest, Zürich, Prag und Graz. Nach einer Blütezeit kam die URANIA-Arbeit durch Kriegsauswirkungen bis 1945 zum völligen Erliegen. In Westberlin erfolgte 1953 die erste URANIA-Neugründung. Auch in der ehemaligen DDR erlebte die URANIA als „Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse“ im Jahre 1954 ihre Renaissance. 1966 wurde sie in „URANIA-Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse“ umbenannt. Bedingt durch die politische Wende in der ehemaligen DDR kam in den Jahren 1991/92 die URANIA-Arbeit wiederholt zum Erliegen. Es fanden sich jedoch auch dieses Mal Enthusiasten, die alles daransetzten, um die URANIA-Idee am Leben zu erhalten. Ihre Bemühungen führten zu Neugründungen von URANIA – Vereinen.

Die Staßfurter URANIA e.V.

Im Oktober 1991 trafen sich in der Staßfurter Gaststätte „Kaiserhof“ 17 Enthusiasten und Freunde der URANIA, um in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs zu handeln. Die URANIA-Idee war es ihnen wert, in das vereinte Deutschland integriert zu werden. Am 09.Oktober wurde der Regionalverein „Staßfurter URANIA e.V.“ gegründet. Der Tradition folgend, besteht das Anliegen des Vereins darin, interessierten Bürgerinnen und Bürgern wissenschaftliche, allgemeine, politische und kulturelle Bildung zu vermitteln. Seit September 1994 ist die Staßfurter URANIA eine durch das Kultusministerium anerkannte Einrichtung der Erwachsenenbildung. Einen beachtlichen Anteil hat der Bildungsverein schon seit Jahren an solchen Bildungsmaßnahmen, die auf die Erfordernisse unserer sich rasch wandelnden Arbeitswelt ausgerichtet sind. 1999 nahmen erstmals 13 Teilnehmer an einer durch das Arbeitsamt geförderten Fortbildungsmaßnahme „Redaktionelle Fachkraft“ teil. In der Zwischenzeit hat sich die Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitsamt und seinen verschiedenen Einrichtungen zur Arbeitsförderung vertieft und weiterentwickelt. Schwerpunkt der Fortbildung waren Qualifizierungsmaßnahmen im pädagogisch-psychologischen, im gesundheitsmedizinischen und im kaufmännischen Bereich. Darüber hinaus betreut die Staßfurter URANIA seit 2006 Arbeit Suchende, die durch das beschäftigungsorientierte Fallmanagement zugewiesen werden. Neben Fortbildungsmaßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt gehört eine breite Palette von Veranstaltungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen zum Angebot der Staßfurter URANIA. Die Fremdsprachenbildung, die Gesundheitsbildung, die Bildung zur Vertiefung der Geschichtskenntnisse, auch die politische Bildung, die pädagogisch-psychologische Bildung und v.a.m. gehören in das Bildungsrepertoire der Staßfurter URANIA. Außerdem bietet der Verein die “Fachspezifische Aus-, Fort- und Weiterbildung gemäß §21 KiFöG” an sowie die Befähigung zur Familien- und Erziehungsberatung und zur Suchtberatung. Im Jahr 2005 erhielt die Staßfurter URANIA das Zertifikat „Zugelassener Träger nach dem Zuwanderungsgesetz“ und ist damit zur Durchführung von Integrationskursen von Zuwanderinnen und Zuwanderern nach der Integrationsverordnung in der Fassung vom 01.12.2004 berechtigt. Im Jahr 2000 wurde das Projekt „Stern 2000“ ins Leben gerufen. Das Projekt steht für ein soziales Miteinander der Deutschen und Zuwanderer in der Verwaltungsgemeinschaft Staßfurt. Der Bildungsverein ist aber nicht nur nach außen hin wirksam, sondern bietet über 50 Vereinsmitgliedern auch eine Heimstatt. Neben einer Vielzahl öffentlicher Veranstaltungen finden jährlich auch vereinsinterne Zusammenkünfte statt. Besonders bei Vereinsfahrten werden gesellige und Bildungsinteressen zusammengeführt. Die Staßfurter URANIA ist Mitglied des Landesverbandes der URANIA Sachsen-Anhalt und gehört dem Kooperationsverbund der URANIA-Regionalvereine Sachsen-Anhalt unter Federführung des Landesverbandes der URANIA an. Seit dem Jahr 2000 ist die Staßfurter URANIA Am Prinzenberg 18 zu Hause. In dem Schulungsgebäude des Vereins befinden sich vier Klassenräume, ein Sozialraum und ein modernes Computerkabinett.